Zwischen Erdäpfeln und Engagement
Am 11. April 2026 machte die Initiative Rettet das Platzertal Station in Wilten, einem der lebendigsten Stadtteile Innsbrucks. Das Wiltener Platzl war an diesem Vormittag ganz es selbst: belebt vom wöchentlichen Bauernmarkt, durchzogen vom Duft frischer Kräuter und heimischer Produkte, erfüllt vom Stimmengewirr neugieriger Marktbesucherinnen und -besucher. Zwischen Gemüsekisten und Käseständen entfalteten wir unsere Banner und erlebten einen Vormittag, der uns noch lange nachklingen wird.
Willkommen geheißen von Bäuerinnen und Bauern
Die Standbetreiberinnen und Standbetreiber des Bauernmarkts hießen uns herzlich willkommen. Dass ausgerechnet jene Menschen, die das Land bewirtschaften und von einer intakten Natur abhängig sind, unsere Anliegen so selbstverständlich teilten, war mehr als ein freundliches Zeichen. Es war eine stille Bestätigung. Das Platzertal ist kein abstraktes Anliegen von Städterinnen und Städtern. Es geht um Wasser, Boden, Lebensgrundlagen. Das wissen Bäuerinnen und Bauern aus eigener Erfahrung.
Eine Frage, die Jung und Alt angeht
Was uns an diesem Vormittag besonders berührt hat, war die Bandbreite der Menschen, die stehenblieben, fragten, zuhörten. Jugendliche, die auf dem Weg zum Markt waren, blieben vor unseren Schautafeln stehen und wollten wissen: Was plant die TIWAG dort genau? Was würde verschwinden? Wie kann man sich einbringen? Ältere Menschen erzählten von Wanderungen ins Platzertal, von Jahrzehnten, in denen sie dieses Tal als unveränderlich und schützenswert erlebt hatten. Zwischen diesen Generationen entstand an diesem Vormittag ein stilles, aber eindeutiges Einverständnis: Dieses Tal gehört nicht geopfert.
Das Platzertal ist im Bewusstsein der Stadt angekommen
Wir sind nach Wilten gefahren, ohne zu wissen, wie der Vormittag verlaufen würde. Was wir erlebten, hat uns positiv überrascht: Das Platzertal ist kein Insiderthema mehr. Die Pläne der TIWAG, ein Pumpspeicherkraftwerk zu errichten und rund 170 Hektar Hochgebirgslandschaft zu fluten, sind in der Stadtgesellschaft angekommen. Die Reaktionen sind überwiegend kritisch. Viele Menschen, die uns ansprachen, hatten bereits von dem Projekt gehört. Sie wollten nicht mehr Informationen, um sich eine Meinung zu bilden. Sie hatten bereits eine.
Vernetzt für das Platzertal
Besonders erfreulich war das Interesse an unserer Signal-Gruppe. Darunter befanden sich Jüngere, die sich zum ersten Mal mit dem Thema befassten, aber auch Menschen, die das Tal aus eigener Anschauung kennen. Sie alle trugen sich bei uns für weitere Informationen ein. Jede neue Stimme, jede neue Vernetzung stärkt die Initiative. Denn was wir hier tun, ist keine Nischenarbeit: Es geht um die Frage, wie Tirol seine Energieversorgung gestalten will und welchen Preis wir dafür zu zahlen bereit sind.
Ein Vormittag, der Mut macht
Wir haben den Wiltener Platzl an diesem Aprilmorgen mit einem anderen Gefühl verlassen, als wir gekommen sind. Nicht mit Erschöpfung, sondern mit Zuversicht. Die Menschen in dieser Stadt wissen, worum es geht. Sie stehen mehrheitlich auf der Seite des Platzertals. Was es jetzt braucht, ist Ausdauer und die Bereitschaft, immer wieder dorthin zu gehen, wo Menschen zusammenkommen. Auf Märkten. Auf Plätzen. Im Gespräch.
Das Platzertal bleibt.













